Heinrich Vogeler - sein Leben
1872 Am 12. Dezember wird Johann Heinrich Vogeler als zweites Kind der Kaufmannsfamilie Vogeler in Bremen geboren.
1890 Beginn des Studiums an der Kunstakademie in Düsseldorf
1892 Unterbrechung des Studiums. Reisen nach Holland, Brügge, Genua und Rapallo
1894 Studienreise nach Paris. Erster Aufenthalt in Worpswede.
1895 Abschluss der Studien in Düsseldorf. Übersiedlung nach Worpswede. Gemeinsame Ausstellung der Künstlergruppe Worpswede in Bremen und München. Erwerb einer Bauernkate, die er zum Barkenhoff umbauen läßt.
1899 Die Dresdner Galerie kauft Bilder von Vogeler an. Seine Mappe mit Radierungen "An den Frühling" erscheint im Insel-Verlag. Mitarbeit für die Zeitschrift "Die Insel" in München.
1901 Trauung mit Martha Schröder. Geburt der ersten Tochter Marieluise (Mieke).
1902/1903 Italienreise mit seiner Frau. Neapel, Rom, Florenz und Venedig. Geburt der zweiten Tochter Bettina (1903)
1904 Beginn der Arbeiten für die Güldenkammer im Bremer Rathaus.
1905 Das Gemälde "Sommerabend" wird fertiggestellt. Vogeler erhält auf der Norddeutschen Kunstausstellung in Oldenburg die Goldmedaille. Geburt der Tochter Martha.
1906 Reise nach Ceylon.
1907 Vergrößerung des Barkenhoff-Grundstücks. Entwurf des Bahnhofes von Worpswede. Vogeler ist Mitbegründer des Deutschen Werkbundes.
1908 Gründung der Worpsweder Werkstätten. Gemeinsam mit seinem Bruder Franz fertigt er Möbel nach seinen Entwürfen.
1909 Englandreise mit der Deutschen Gartenstadt-Gesellschaft. Vogeler entwirft eine Arbeitersiedlung.
1910 Auszeichnung für innenarchitektonische Arbeiten auf der Brüsseler Weltausstellung.
1912 Entwurf des Hauses Stryck für seinen Freund Löhnberg.
1914 Vogeler meldet sich als Kriegsfreiwilliger. Ausbildung in Oldenburg und Partenkirchen.
1915 Einsatz als Nachrichtenoffizier an der Ostfront in den Karpaten.
1918 Im Januar schreibt Vogeler seinen Friedensappell "Das Märchen vom lieben Gott" an den deutschen Kaiser. Einlieferung für 63 Tage in eine Irrenanstalt. Vogeler wird Mitglied im Arbeiter- und Soldatenrat Osterholz und hält pazifistische Vorträge.
1919 Gründung der Arbeitsgemeinschaft Barkenhoff. Martha Vogeler zieht mit den Kindern in das Haus im Schluh.
1920 Vogeler veröffentlicht in mehreren Broschüren seine politischen und pädagogischen Ideen. Beginn der Wandbemalung in der Diele des Barkenhoffs.
1922 Finanzielle und ideologische Schwierigkeiten erschüttern die Kommune und Arbeitsschule Barkenhoff.
1923 Mit Sonja Marchlewska reist Vogeler zum ersten Mal in die Sowjetunion. Geburt des Sohnes Jan. Beginn der Komplexbildmalerei. Der Barkenhoff wird Kinderheim der Roten Hilfe.
1924 Im September Rückkehr von Moskau nach Berlin. Vogeler wird in den Zentralvorstand der Roten Hilfe Deutschland gewählt.
1925 Von Juni bis September Reise nach Karelien. Ab November erneuter Aufenthalt in Moskau zur Vorbereitung des Kongresses der Internationalen Roten Hilfe. Vogeler wird Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).
1926 Scheidung von Martha. Vierte Russlandreise nach Moskau und in die asiatischen Republiken. Heirat mit Sonja Marchlewska.
1927 Kampagne gegen die Entfernung der Wandbilder auf dem Barkenhoff. Umzug nach Berlin-Britz in die von Bruno Taut entworfene "Hufeisensiedlung". Arbeit im Architektenbüro "Die Kugel".
1928 Vogeler ist neben George Grosz und John Heartfield Gründungsmitglied der "Assoziation revolutionärer bildender Künstlers Deutschlands". Aufenthalt in Fontana Martina am Lago Maggiore. Neue Kommunepläne gemeinsam mit Fritz Jordi.
1929 Ausschluss aus der KPD und dem Zentralvorstand der Roten Hilfe wegen "Rechtsabweichung". Mehrwöchiger Aufenthalt in Fontana Martina zusammen mit seiner Kollegin Ursula Dehmel. Wirtschaftliche Not und Eheprobleme. Vorübergehende Trennung von Sonja.
1931 Reise nach Moskau mit Sonja und Sohn Jan. Mitarbeit im Komitee für die Standardisierung des Bauwesens. Reisen in den Süden der Sowjetunion.
1933 Mehrere Aufsätze zum Thema Kunst. Karelienreise. Beginn seiner antifaschsitischen Arbeiten.
1936 Erneuter Aufenthalt im Norden der UdSSR. Endgültige Abkehr von der Komplexbildmalerei.
1939 Arbeiten für die Odessaer Puppenbühne.
1940 Reisen in den Nordkaukasus.
1941 Scheidung der Ehe mit Sonja. In Moskau wird eine Personalausstellung zu seinem 50. Arbeitsjubiläum gezeigt. Vogeler verfasst Flugblätter und Rundfunkansprachen gegen Nazi-Deutschland. Im September erfolgt nach dem Überfall der Hitler-Truppen auf Russland die Evakuierung. Vogeler wird nach Kasachstan in das Gebiet Krarganda gebracht.
1942 Materielle Not. Seine Rente erreicht ihn nicht mehr. Am 14. Juni stirbt Vogeler im Krankenhaus des Kolchos "Budjonny" bei Kornejewka.