Wer war Heinrich Vogeler?

 

Der Künstler Heinrich Vogeler schuf im Jahre 1927 diese Skizze zu seinem bedeutensten Gemälde, dem Komplexbild "Hamburger Werftarbeiter" (vgl. Wulf D. Hund: Heinrich Vogeler - Hamburger Werftarbeiter. Aus der Ästhetik des Widerstands. Fischer Taschenbuchverlag. Frankfurt a. M. 1992). An der Skizze, wie dem daraus entstandenen Ölgemälde, spürt man Vogelers Verbundenheit zur Arbeiterbewegung seiner Zeit. Als Sohn eines Bremer Kaufmanns eine nicht selbstverständliche Haltung. Vogeler, geboren 1872, absolvierte an der Kunstakadiemie Düsseldorf sein Kunststudium. Vom Erbteil seines Vaters erwarb er 1896 in Worpswede bei Bremen den Barkenhoff, der in den folgenden Jahren zum Treffpunkt vieler Künstler, Literaten und Intellektuellen wurde. Vogelers Kunst stand zunächst ganz im Zeichen des Jugendstils und verträumter Bilder. Private Schwierigkeiten, künstlerischer Stillstand und Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg brachten seinen Wandel. Der Liebling des Bürgertums näherte sich der Arbeiterbewegung, verwandelte seinen Barkenhoff in eine Kommune mit angeschlossener Arbeitsschule und studierte Marx, Engels und Bakunin. Ab 1923 bereiste er mehrer Male die Sowjetunion und stellte seine Kunst in den Dienst des Sozialismus. Sein Barkenhoff wurde Kinderheim der Gefangenen-Hilfsorganisation "Rote Hilfe". Ab 1931 lebte Vogeler ganz in Moskau, engagierte sich dort im kulturellen und politischen Bereich. Er malte Bilder von seinen Eindrücken der verschiedenen Sowjetrepubliken im kubistisch, futuristischen Stil. Er betätigte sich in der antifaschistischen Arbeit gegen Hitler und war weiter aktiv in der Roten Hilfe. 1941 wurde er mit vielen anderen Deutschen vor den Nazitruppen in Sicherheit gebracht. Vogeler kam nach Kasachstan in das Gebiet Karaganda. Als fast siebzigjähriger verstarb er dort am 14.06.1942. Im Jahre 1999 enthüllte die Stadt Karaganda ein Denkmal, was an den vielseitigen Menschen Heinrich Vogeler erinnert.